Wenn am Samstagabend auf dem Parkplatz vor der Mehrzweckhalle in Bartenstein fast alle Feuerwehrfahrzeuge aus dem Schrozberger Feuerwehrhaus stehen, zeugt das nicht von einer Übung, sondern davon, dass sich die Feuerwehr Schrozberg zur Hauptversammlung trifft. Damit im Falle eines Alarms auch an diesem Abend schnelle Hilfe gewährleistet werden kann, stehen die Fahrzeuge sicherheitshalber bereit. Die vom Hornisten Ulrich Grönsfelder eröffnete Versammlung wird jedoch ohne äußere Störung über die Bühne gehen.
Beim Rückblick auf das Jahr 2025 berichtet Kommandant Marc Möbus über 58 Einsätze. „Wir blieben von Unwetterschäden verschont, daher waren es weniger als die 88 Einsätze im Vorjahr“, ordnet er die Zahl ein. Von ausgelösten Brandmeldeanlagen bis zum Großbrand im eigenen Stadtgebiet, aber auch darüber hinaus: Das Einsatzspektrum aller Schrozberger Feuerwehrleute war wieder breit gefächert. Sie wurden außerdem zu technischen Hilfeleistungen, wie Verkehrsunfällen, gerufen. Die weiteste Fahrt ging bis nach Jagstheim, wo insbesondere durch den Einsatz der Drehleiter bei einem Großbrand der Schaden auf das Brandobjekt begrenzt werden konnte. Im Blick auf die gemäß dem Feuerwehrbedarfsplan in den vergangenen sieben Jahren geleisteten Investitionen stellt der Kommandant den 2023 gebauten Löschwasserbehälter in Sigisweiler heraus. Durch die schnelle Verfügbarkeit von genügend Löschwasser konnten beim Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens im Juni 2025 der Brand eingedämmt und umliegende Gebäude geschützt werden. Die Grundlage für die Einsatzfähigkeit bilden neben den regelmäßigen Übungen in den fünf Abteilungen abteilungs- und gemeindeübergreifende Übungen, das Ablegen von Leistungsabzeichen und die Weiterbildung der Feuerwehrleute, exemplarisch steht dafür die Ausbildung zu Atemschutzgeräteträgern. „Es ist unsere grundlegendste Aufgabe, bei Bränden schnelle Hilfe zu leisten, dafür sind Atemschutzgeräteträger unabdingbar“, motiviert Möbus seine Kameraden. Dass die Abteilungen in den Stadtteilen wichtig sind, habe sich bei einem Brand in Spielbach gezeigt. Durch das schnelle Eingreifen der dortigen Einsatzabteilung konnte das Feuer auf ein Holzlager begrenzt werden, das an eine Scheune und ein Wohnhaus angrenzt. „Das hätte sonst auch anders ausgehen können“, so Möbus.
Bei einer Alarmierung denke Bürgermeisterin Jacqueline Förderer vorrangig nicht an Feuerwehrfahrzeuge und -gebäude, sondern an die Situation, wenn „der Melder geht“. „Dann vertrauen andere darauf, dass Sie kommen“, richtet sie sich an die Uniformträger. „Dieses Vertrauen entsteht, weil Sie da sind. Immer und immer wieder. Es ist gut, dass wir Sie haben“, so Förderer weiter. Was man nicht sähe, sind die Übungen nach Feierabend, anstrengende Momente und die Verantwortung, die zusätzlich zur Familie und beruflichen Belastung übernommen werden. Wenn Anfang Mai das Löschgruppenfahrzeug 10 für die Abteilung Spielbach beim Fahrzeughersteller abgeholt werden kann, sei das kein Prestigeobjekt, sondern ein Arbeitsmittel. Wenn Kommandant Möbus über „die größten Brocken sind abgeschlossen“ spricht, meint er damit auch das nahezu fertiggestellte Feuerwehrhaus in Spielbach in das das neue Fahrzeug kommen wird. Seinen Dank richtet er an die anwesenden Vertreter des Gemeinderats und die Stadtverwaltung, die stetig für die Belange der Feuerwehr eintreten.
Nicht nur die Aktiven sind über die Gemeindegrenzen hinaus tätig. Bereits die Jugendfeuerwehr arbeitete bei einer Abschlussübung mit der Jugendabteilung aus Blaufelden zusammen. 31 Kinder und Jugendliche betreut Jugendfeuerwehrwart Andreas Höfer derzeit mit seinem Team. „Die Zielmarke mit 40 würden wir gerne wieder erreichen“, bewirbt Höfer die Jugendarbeit, die von der Tannenbaumsammelaktion bis zur Teilnahme an der landkreisweiten Challenge reicht. Die Beteiligung am städtischen Ferienprogramm sieht Höfer als „Jungbrunnen für den Nachwuchs“ an.
Außer im August 2025 waren die Feuerwehrsenioren jeden Monat zusammen unterwegs. Darüber gab Karl Hörner Auskunft. Mit „Im August müssen die Rentner, die sonst keine Zeit haben, auch mal selbst in den Urlaub gehen“, hat er die Lacher auf seiner Seite. Zehn Alterskameraden gehören zu der von ihm geleiteten Abteilung.
Auch, wenn der Schutz der Bevölkerung erste Priorität habe, könne der Staat keinen Vollkaskoschutz bieten. Kreisbrandmeister Joachim Wagner mahnt daher die „Hilfe zur Selbsthilfe“ eines jeden an. Finanzielle Vorteile von 100.000 Euro pro Fahrzeug bringen landkreisweite und landesweite Sammelbestellungen gleicher Feuerwehrfahrzeuge, erklärt Wagner. Alfred Fetzer vom Kreisfeuerwehrverband hofft, dass die zugesagten Mittel im Katastrophenschutz auch ankommen. Er ergänzt, dass es im Landesfeuerwehrverband Pläne für die Standardisierung von Feuerwehrhäusern gibt. Damit könnten zukünftig ebenfalls Kosten eingespart werden.
In Schrozberg wurde dies bereits erfolgreich umgesetzt: Das Feuerwehrhaus in Spielbach ist eine – leicht modifizierte – Kopie des Gebäudes in Bartenstein. Als Mitglied der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) betreute Pfarrer Philipp Mayer schon Betroffene und Einsatzkräfte. Er wisse, dass es für die Feuerwehrleute nicht immer einfach ist. Noch heute gelte jedoch der historische Wahlspruch „Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr“, der den selbstlosen Einsatz der Feuerwehrleute zusammenfasst.



